Arbeitgeber-Marketing

Wichtig oder unnötiger Luxus?

Ein regelrechter „War for talents“ sei auf dem Stellenmarkt entbrannt, heißt es, ein „Krieg um die besten Talente“. Die Entwicklung beobachten zunehmend auch Unternehmen aus der Region. Betroffen vom aktuellen Fachkräftemangel und der Schwierigkeit, offene Stellen zu besetzen, sind heute ganz unterschiedliche Branchen. Vom inter­national tätigen Autobauer, der händeringend IT-Experten sucht, bis zu Klinikum oder Pflegedienst, die kein Fachpersonal mehr finden, reicht das Spektrum der suchenden Arbeitgeber.

Mitarbeiter gesucht!

Employer Branding, zu deutsch „Arbeitgebermarkenbildung“, will Unter­nehmen helfen, die vor der Frage stehen „Wie können wir uns als attraktiver Arbeitgeber am Markt positionieren?“. Als Zielgruppe steht hier nicht der Kunde sondern der potenzielle Mitarbeiter im Fokus. Benötigt wird Know-how aus dem Personalbereich, um die gesuchte Zielgruppe richtig und vor allem am passenden Ort anzusprechen. Employer Branding heißt, die eigenen Stärken als Arbeitgeber aktiv zu kommunizieren, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Das soll, so die Hoffnung, Anzahl und Qualität der eingehenden Bewerbungen erhöhen.

Bloß nicht beliebig sein

Das Problem: Wo viele suchen, sind Angebote und Stellenanzeigen oft beliebig und austauschbar. So suchen viele Unternehmen „Persönlichkeiten, die mit Leidenschaft, Kundenorientierung und ungewöhnlichen Ideen“, „selbständiger und strukturierter Arbeitsweise“ und mit „Kreativität, Entschlossenheit, Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen, Freude an Gestaltung, ausgeprägter Team- und Kommunikationsfähigkeit, hoher Belastbarkeit sowie Flexibilität“ punkten können. Dafür bietet fast jeder Arbeitgeber ein „anspruchsvolles und spannendes Aufgabenspektrum“, eine „verantwortungsvolle Tätigkeit in einem freundlichen Team“ oder die Möglichkeit zur „beruflichen Weiterbildung sowie Aufstiegsmöglichkeiten“.

Arbeitgebermarke schaffen

Was oft zu kurz kommt, ist der konkrete Nutzen, den Bewerber von einem Einstieg in genau dieses Unternehmen haben. Diesen vermittelt die „Employer Brand“, die Arbeitgebermarke. Sie fasst alles zusammen, was das Produkt ‚Arbeit‘ in dem jeweiligen Unternehmen kennzeichnet. Dazu gehören Aufgabenzuschnitt und Bedingungen bis hin zu kulturellen Besonderheiten, die den Alltag im Unternehmen ausmachen. Entwickelt wird die „Employer Brand“ intern, in einem Prozess, dessen Ergebnisse regelmäßig an die aktuellen Mitarbeitenden kommuniziert wird. Die gezielte Kommunikation nach außen schließt den Prozess ab.

Best Practice

Wie's gehen kann, haben einige der Großen schon vorgemacht. Als beispielhaft werden Kampagnen von Continental („are you automotivated?“) oder Lufthansa („be-lufthansa“) gelobt. Nicht immer muss es jedoch die große, crossmediale Kampagne sein. Ebenso große Wirkung können ein gut platzierter Vortrag auf einer Messe, eine Postkartenaktion an ausgewählten Hochschulen oder ein mobiler Kaffeestand am örtlichen Bahnhof sein, der Pendler animiert, doch lieber in der eigenen Stadt zu arbeiten.

Und wie handhaben Sie das, Herr Brennecke?

„Auch typografix-design stellt sich selbstverständlich dem „Kampf um die besten Talente“. Doch schon bevor das Schlagwort vom „Employer Branding“ akut wurde, haben wir uns als guter Arbeitgeber verstanden. Die Idee: Zufrie­dene Mitarbeiter sind die besten Botschafter unserer Agentur, beim Kunden,
in der Familie, im Freundeskreis, in sozialen Netzwerken.

Mund-zu-Mund-Propaganda ist nachweislich ein erfolgreiches Mittel bei der Stellenbesetzung. Wir pflegen unsere Unternehmens-Kultur daher mit Aktionen, vom gemeinsamen Freitagsfrühstück über unsere jährliche Weiterbildungs-Veranstaltung, die „typo-Sause“ bis zu gemeinsamen Festen und Feiern. Außerdem sorgen wir für Transparenz und gute Arbeitsbedingungen. Alle sollen sich wohl fühlen. Seit neuestem gibt es bei typografix-design deshalb nicht nur Getränke, sondern auch regelmäßig frisches Obst und einmal die Woche Fitness-Training am Arbeitsplatz. Alle sollen sich mit Zielen und Kultur unseres Unternehmens identifizieren – dauerhaft und leidenschaftlich. Darin sehen wir den Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft und eine starke Botschaft nach außen.“

Ihr Weg zu einer guten Arbeitgebermarke

  • Klären Sie Ihren Bedarf und die Voraussetzungen (Budget, Zeitraum, personelle Ressourcen).
  • Ist-Analyse:
    Wo liegen Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens? Was zeichnet es als Arbeitgeber aus? Wie sieht Ihr Umfeld aus?
  • Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter ein: Warum arbeiten sie gerne für Ihr Unternehmen?
  • Wechseln Sie die Perspektive: Welche Bedürfnisse und Erwartungen haben Ihre potentiellen Mitarbeiter? Wo und wie sprechen Sie sie an?
  • Legen Sie ein Nutzenversprechen fest (Employer Value Proposition), in dem Sie die Werte Ihres Unternehmens formulieren.
  • Planen Sie konkrete Maßnahmen und ihre Umsetzung. Dazu gehören Inhalte auf Ihrer Firmen-Homepage, die mit weiteren Medien wie Landing-Pages, verknüpften Stellenanzeigen und Banner in Online-Jobbörsen und Aktivitäten in den Social Media vernetzt sind.

Blick in unsere Werkstatt

Kampagne für Pflegekräfte

Ich pflege gern!

Etwa 6.000 Pflegekräfte fehlen bis 2030 in der Region Südost-Niedersachsen – dieses alarmierende Szenario war Anlass für das regionale Netzwerk „Fachkräftesicherung in der Pflege“ unter dem Dach der Allianz für die Region eine Öffentlichkeitskampagne ins Leben zu rufen. Sie möchte für die Branche werben, die verantwortungsvolle Tätigkeiten, Aufstiegschancen, sicheres Einkommen und Jobs mit Zukunft bietet.

typografix-design gewann den Pitch und entwickelte in einem intensiven Prozess gemeinsam mit den Netzwerk-Akteuren sechs Anzeigen- und Plakatmotive, die neue Website und zwei Kurzfilme. Vorgestellt wurde die Kampagne mit dem Slogan „Ich pflege gern!“ am 4. April bei einer Kick-Off-Veranstaltung im Braunschweiger Cinema C1, zu der unter anderem Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann nach Braunschweig kam.

Ridesharing-Kampagne

Sie sind die Haltestelle!

Um die Mobilität der Zukunft geht es beim Projekt EcoBus, das typografix-design im Auftrag des Max-Planck-Instituts in Göttingen umsetzte. Um das Konzept geteilter Fahrten (Ridesharing) im Einsatzgebiet Bad Gandersheim publik zu machen, entwickelten wir eine Kampagne unter dem Motto „Sie sind die Haltestelle“. Herzstücke sind Claim und Logo sowie eine unverwechselbare Bildsprache und Farbkonzept. Als Medien konnten wir die Website, mehrere Plakatmotive, Flyer, Handzettel und Fahrzeugbeschriftungen gestalten. Echte Hingucker sind zudem die auffälligen Teleskop-Fahnen und eine mobile Holzhaltestelle.

Druckerei Sigert

Aufwendiges Mailing

Im Bereich Print gehört das Mailing für die Braunschweiger Traditions-Druckerei Sigert zu unseren aktuellen Leuchtturm-Projekten. Mit der besonders anspruchsvollen Drucktechnik aus Pantone-Sonderfarbe, Prägung und Stanzung präsentiert Sigert seine Kompetenz. Kombiniert mit einer Meinungsumfrage im Web wird die Aktion crossmedial weitergeführt.

FEST GmbH

And the winner is ...

Über eine besondere Ehrung freuen wir uns mit unserem Kunden, der FEST GmbH: Bei der Verleihung der German Stevie Awards 2018 in Berlin wurde das Unternehmen mit „Gold“ in der Kategorie „Bestes Gesamtdesign“ für den von uns umgesetzten Internetauftritt ausgezeichnet. Die „Stevies“ sind Teil der Stevie Awards Programme, die seit einem Jahrzehnt zu den international begehrtesten Wirtschaftspreisen zählen. Sie wurden in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Deutschland verliehen und erfreuen sich großer Beachtung in der Branche.

Alle Daten sicher, oder was?

Unsere Prokuristin Angelika Stößel beantwortet brandheiße Fragen zum Thema Datenschutz.

Seit dem 25. Mai 2018 gilt verbindlich die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Was heißt das konkret?

Grundsätzlich ging es erstmal darum, einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen für den Datenschutz in Europa zu schaffen. Das gab es bislang so nicht. Die neue Verordnung hat deshalb alle älteren Regelungen abgelöst, die in Deutschland zum Beispiel noch aus dem Jahr 1995 stammten.

Was wird genau geregelt? Und für wen gilt das?

Zunächst mal gelten die neuen Regeln für alle europäischen Unternehmen und alle, die Waren und Dienstleistungen in der EU anbieten. Die Verordnung sagt diesen Firmen, aber auch Behörden, Vereinen und anderen Institutionen, wie sie jetzt mit den Personen-Daten umgehen, die sie in irgendeiner Form abfragen, benutzen oder speichern. Das gilt nicht nur für Kundendaten, sondern auch für Daten von Mitarbeitern, Bewerbern oder Vereinsmitgliedern.

Was hat typografix-design unternommen, um datensicher zu sein?

Wir haben uns mit Richard Schütze von der Firma evers Arbeitssicherheit GmbH einen Datenschutzbeauftragten ins Haus geholt, der uns bei allen Fragen zum Datenschutz zur Seite steht. Er wird uns auch weiter beraten und stichprobenartig kontrollieren, ob alles seine Richtigkeit hat.

Aktuell fragen wir bei allen Empfängern unseres Newsletters an, ob sie den auch weiterhin per E-Mail oder Post erhalten möchten. Nur wer das ausdrücklich erlaubt, den dürfen wir weiter anschreiben.

Buschfunk: Designtrends im Jahr 2018

„Duotones“: Zwei Farbtöne

Duotones entstehen, wenn auf ein Halbtonbild mit gegensätzlicher Farbe ein weiteres Bild gedruckt wird. Zu bewundern etwa in der Spotify-App, entwickelt sich diese Drucktechnik gerade zu einem Top-Designthema des Jahres.

Mehr Tiefe im Flat Design

Eine subtile Tiefe erhalten die angesagten Minimal-Designs der Webgestalter immer öfter durch den Einsatz von Schatten. Als Element verleihen sie den „Semi-Flat-Designs“ mehr Dimension und helfen Nutzern, visuelle Hierarchien und Eingabefelder zu erkennen.

The 80th and 90th are back!

Nachdem Flat Design mit seinem minimalistischen Gestaltungsstil uns seit mehreren Jahren begleitet, feiern im Grafikdesign auch wieder Retro-Trends mit Pastellfarben, die an die 80-er und 90-er Jahre erinnern, und Muster aus dieser Zeit ein Comeback.

Farbverläufe und knallige, mutige Farbkombinationen

Als Erweiterung für Flat Design kommen Farb­verläufe wieder, die seit 2007 kaum noch zu sehen waren. Zusammen mit Knallfarben etablieren sie sich im Mainstream.

Fett, fetter, extra bold!

Immer öfter springen uns riesige Überschriften und große Schriften ins Auge. Mit künstlerischer Typografie, kreativen Logos, Bildern und auffallenden Variationen bereichern sie derzeit die Schriftlandschaft und machen sie vielfältiger. Auch Serifen-Schriften und handgeschriebene Fonts, die im Internet lange als verpönt galten, breiten sich aktuell auf vielen Webseiten aus.

Stockfotos war gestern

Die schöne, glatte Welt schafft es nur selten, Emotionen zu vermitteln, wie es ungestellten, ungefilterten Fotografien gelingt. Natürliche Kompositionen, die Geschichten erzählen und eine Verbindung zu den Nutzern herstellen, finden daher aktuell ihren Weg in immer mehr Publikationen. 

Grafiken und Illustrationen – Hauptsache individuell

In Printmedien spielen handgefertigte Illustrationen und Grafiken schon länger eine Rolle. Jetzt erobern Zeichnung, Kalligrafie, künstlerische Typografie, Fotografie und Illustration auch in den digitalen Medien immer mehr Raum. Besonders bei nachhaltigen, „gesunden“ Produkten suggerieren sie Vertrauen, Qualität und Tradition.

Udo Anders berichtet über...

Menschen, die Scheiben in Körbe werfen

Wer durch Braunschweigs Parks wandelt, hat sich bestimmt schon einmal über die seltsamen Körbe gewundert, die dort stehen. Mit etwas Glück können Besucher des Parks dabei beobachtet werden, wie sie eine Plastikscheibe in Richtung dieser Körbe werfen.

Dahinter steht das Prinzip Golf, nur mit geworfenen Scheiben statt eines geschlagenen Balles. Disc Golf heißt der Sport, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Gespielt wird im Freien; pro Kurs sind einige Kilometer zu Fuß zurück zu legen, die gesamte Körpermuskulatur inkl. Lachmuskeln wird in Anspruch genommen und auch der Ehrgeiz kommt nicht zu kurz. Der Hobbyspieler kauft sich für ca. 10 Euro eine Anfänger-Scheibe oder gleich ein Set mit drei Scheiben und schon kann es losgehen.

Die Regeln in vereinfachter Form: Es gehr darum, eine Scheibe mit möglichst wenig Würfen von einem festgelegten Abwurfpunkt in den dazugehörigen Korb zu bekommen. Geworfen wird immer von dort, wo die Scheibe zuvor liegen geblieben ist. Nach dem Abwurf wirft stets der am weitesten vom Korb entfernte Spieler zuerst. Die Scheibe muss in den Korb geworfen werden und dort auch liegen bleiben. Gewonnen hat der Spieler mit den wenigsten Würfen.

Kurz und gut!

  • Mehr als 2 Millionen Dollar Preisgeld jährlich werden bei den Spielen des Weltverbands der Discgolf-Profis (PDGA) ausgeschüttet.
  • Mit 263,2 Metern hielt der Deutsche Simon Lizotte zeitweise den Weltrekord im Weitwurf.
  • 13 Discgolfkurse befinden sich in Braunschweig und Umgebung.

Bildnachweise
Alle Illustrationen: typografixdesign, Titelbild: Photo by Marten Newhall on Unsplash, Hintegrundbild: Photo by chuttersnap on Unsplash